Gemeinsames Mittagessen von Jung und Alt gibt es seit Juli 2018 immer mittwochs in der Kita Pünktchen. Foto: Stadt Rastatt

Modellprojekt im Zay: Daheim wohnen in Rastatt

Mitten in Rastatt wird das Miteinander beim Wohnen besonders großgeschrieben. „Daheim wohnen in Rastatt“ heißt das beispielhafte Projekt der Stadt Rastatt, das seit 2017 mit breiter Beteiligung im Stadtteil Zay umgesetzt wird. Ziel: eine inklusive Quartiersentwicklung, barrierefreies, selbstbestimmtes Wohnen im Alter und ein gemeinschaftsorientiertes Zusammenleben von Jung und Alt. Hier geht‘s eben nicht einfach nur um bauliche Aspekte des Wohnens, sondern um gelebtes Miteinander mit Hilfs- Nachbarschafts- und Beratungsangeboten.

Noch im Gründungsjahr gehörte das Projekt zu den Gewinnern beim landesweiten Ideenwettbewerb des Stuttgarter Sozialministeriums „Quartier 2020 – Gemeinsam. Gestalten“. Und wie steht‘s heute ums daheim Wohnen im Zay? „Wir sind auf einem sehr guten Weg und begeistert über die vielen tollen Ideen und Angebote, die bereits umgesetzt werden konnten“, sagt Margrit Wagner-Körber, städtische Koordinatorin des Projektes.

Wie auch der gesamte Kommunale Aktionsplan Inklusion wird das Zay-Projekt wissenschaftlich begleitet von Professor Jo Jerg und Studierenden der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg/ Campus Reutlingen. Nach der ersten Phase mit Umfragen und Datenerhebung hat inzwischen die konkrete Umsetzung begonnen. Zum übergeordneten Thema „Daheim wohnen“ wird fleißig gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Organisatoren an einem Konzept gearbeitet. Schließlich soll es gelingen, dass behinderte und alte Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen können. Im Konzept geht es um Infos zur baulichen Ertüchtigung von Bestandswohnungen ebenso wie um barrierefreie Erfordernisse in Neubauten. Außerdem um alternative Wohnformen oder Mehrgenerationenhäuser.

Gemeinsamer Mittagstisch, Fitnesskurse und das Lesezaychen

Bisher alles nur Theorie? Nein, das Projekt ist höchst lebendig im Zay-Alltag und bietet bereits jetzt verschiedene neue Begegnungsangebote und Gemeinschaftsorte, einen Mittagstisch, Fitnesskurse, Alltags- und Nachbarschaftshilfen. „Gemeinsam schmeckt’s besser“ heißt es seit Juli 2018 jeden Mittwoch in der Kita Pünktchen. Dann essen Senioren gemeinsam mit den Kita-Kindern zu Mittag und tauschen sich aus. Seit Juni 2019 bietet das „Lesezaychen“, ein öffentlicher Bücherschrank in einer alten Telefonzelle Ecke Gartenstraße/ Rosenstraße, Bücher zum Ausleihen und eine Infotafel mit Mitteilungen des Bürgervereins. Das Angebot des Bürgervereins wird rege genutzt, freut sich Margrit Wagner-Körber. Und der kleine Platz mit Bank neben dem Bücherschrank entwickelt sich zu einem neuen Ort der Begegnung.

Seit September 2019 veranstaltet der DRK-Ortsverein mit Unterstützung der AWO in der ehemaligen Max-Jäger-Schule Bewegungskurse mit Gedächtnistraining. „Fit von Kopf bis Fuß“ lautet das verheißungsvolle Angebot montags um 16 Uhr in der Cafeteria. Weitere Fitnessangebote für Ältere starten ab Januar 2020, so eine Seniorengymnastik im Turnraum der Kita Pünktchen.

Vernetztes Wirken vieler Akteure

Ebenfalls im Januar 2020 will der Bürgerverein Gartenstadt Zay stundenweise ein Informationstelefon für ältere Stadtteilbewohner einrichten. Und der Kreisseniorenrat plant, Wohnberater auszubilden, die individuelle Unterstützung vor Ort bieten.

Insgesamt ein fleißiges vernetztes Wirken vieler Akteure und Ehrenamtlicher für ein Modellprojekt, das Schule machen könnte. Anfang 2020 will die Stadt Rastatt zu einem Vernetzungstreffen Zay einladen. Die Liste der Einzuladenden wird eine lange sein.

Informationen zu „Daheim wohnen in Rastatt“ gibt es bei der städtischen Projekt-Koordinatorin Margrit Wagner-Körber von der Servicestelle Inklusion, Telefon 07222 972-9440, E-Mail margrit.wagner-koerber@rastatt.de

 

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