Einiges geboten war am vergangenen Samstag auf dem Marktplatz beim Aktionstag für Inklusion und Vielfalt. Foto: Isabelle Joyon/Stadt Rastatt

Inklusionstag auf dem Marktplatz: Rastatt unterzeichnet “Charta der Vielfalt”

Rastatt hat am vergangenen Samstag auf dem Marktplatz ein deutliches Zeichen für Inklusion, Vielfalt und Wertschätzung gesetzt. Beim städtischen Aktionstag anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai unterzeichnete Bürgermeister Arne Pfirrmann die „Charta der Vielfalt“. Begleitet wurde die Unterzeichnung von der Fertigstellung des Rastatter Puzzles „Wir leben Vielfalt“ und einem bunten Mitmachprogramm.

Der Einladung der Mitglieder des Expertenkreises Inklusion waren bei bestem Sommerwetter zahlreiche Gäste gefolgt. Den musikalischen Auftakt übernahm die inklusive Band „Inkluba“ der Lebenshilfe Rastatt/Murgtal. Mit ihrer zeitgemäßen Interpretation des Songs „Leningrad“ von Billy Joel machten die Bandmitglieder auf die schrecklichen Ereignisse im Krieg gegen die Ukraine aufmerksam. Bürgermeister Pfirrmann eröffnete im Anschluss in Vertretung für den erkrankten Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch den Aktionstag. In seiner Rede, die in Gebärdensprache übersetzt wurde, verwies Pfirrmann auf den Stellenwert von Inklusion. Die Fortschritte bei dem Thema seien in Rastatt deutlich sichtbar, auch dank des Antriebs des Kommunalen Aktionsplans Inklusion, so Pfirrmann. Ein weiterer Schritt hin zu Inklusion und Vielfalt insbesondere in der Stadtverwaltung sei nun die Unterzeichnung der „Charta der Vielfalt“, initiiert von dem gleichnamigen bundesweit agierenden Verein. Sie steht für ein grundlegendes Bekenntnis zu Vielfalt und Toleranz, Fairness und Wertschätzung in der Arbeitswelt und Gesellschaft. Begleitet wurde die Unterzeichnung von der Aktion „Rastatt puzzelt sich zusammen“, die von der 2021 gegründeten städtischen Arbeitsgemeinschaft Vielfalt organisiert wurde. Die künstlerische Idee stammte von der Rastatter Kunsttherapeutin Kerstin Klimek. Die zuvor von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung gestalteten Puzzleteile, die ganz individuell das Thema „Wir leben Vielfalt“ ausdrückten, wurden an zwei Stellwänden angebracht. Pfirrmann vervollständigte schließlich das Puzzle, mit dem letzten noch fehlenden Puzzleteil, das Oberbürgermeister Pütsch selbst gestaltet hatte. „Mit der heutigen Unterzeichnung der Charta der Vielfalt starten wir unser gemeinsames, kommunales Rastatt-Puzzle. Wir werden Gruppen, Vereine, Organisationen zum Mitmachen einladen, um das Rastatt-Puzzle stetig zu erweitern“, erläuterte Pfirrmann. Die Stadt will mit der Aktion ein sichtbares gemeinschaftsstärkendes und verbindendes Zeichen setzen, das Offenheit und Wertschätzung signalisieren soll.

Danach heizte erneut die Inkluba-Band mit bekannten Songs aus der Oldie-Kiste die Marktplatz-Gäste ein. Mit dem Rastatter Buchautor Hans Peter Faller und Stadtmaus Ludwig konnten die kleinen Besucherinnen und Besucher zudem detektivische Ermittlungen aufnehmen. Faller und Meike Duchac, Vorsitzende des Vereins „Volltreffer Inklusion mit Zukunft“, machten im Anschluss in sogenannter Leichter Sprache den Zuhörerinnen und Zuhörern deutlich, wie verkompliziert unsere sprachliche Ausdrucksweise ist und wie sprachliche Barrieren beseitigt werden können.

Sportlich ging es vor dem Rathaus-Vorplatz zu beim spannenden Rolli-Ball-Spiel unter der Regie der Trainerin Petra Möller vom Rastatter SC/DJK und beim Mitmachangebot „Bewegte Apotheke“, bei dem Möller als Übungsleiterin die Gäste motivierte, gemeinsam das „Turnbein“ zu schwingen.

Die Besucherinnen und Besucher konnten sich beim dreistündigen Aktionstag darüber hinaus an den verschiedenen Informationsständen vor dem Historischen Rathaus rund ums Thema Inklusion und Vielfalt austauschen und informieren. Zudem wurde in der Rathausstraße ein Rollstuhl- und Rollator-Parcours als Aktion des Kreisseniorenrates Rastatt aufgebaut. Beim Mobilitätstraining des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) konnten die Gäste zusätzlich den sicheren Ein- und Ausstieg und Aufenthalt im Bus mit Mobilitätshilfen üben. „Gerade das mühevolle Ein- und Aussteigen mit einem Rollstuhl erzeugte bei den Teilnehmenden ohne Behinderung ein Gefühl des Respekts vor Menschen mit Behinderung, die mit ihren Hilfsmitteln alltäglich ihre Wege bewältigen“, berichtet Margrit Wagner-Körber, Koordinatorin des städtischen Aktionstags für Inklusion und Vielfalt. Sie ist überzeugt: „mit unserem Miteinander in Vielfalt haben wir Inklusion vorgelebt.“

 

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